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Die Große Prozession am 01.Juli 2018

01-06-2018 10:37

Grosse Prozession In Münster

Nach alter Tradition betend durch Münsters Straßen

Die Pest oder andere Seuchen haben die Menschen im Deutschland des 21. Jahrhunderts nicht mehr zu befürchten. Trotzdem halten das Stadtdekanat Münster und das Domkapitel des St.-Paulus-Doms an einer Tradition fest: Am ersten Sonntag im Juli  wird die Große Prozession durch die Straßen Münsters ziehen.
Die Große Prozession geht auf das Jahr 1382 zurück, als in Münster über 8.000 Personen an der Pest starben und ein Großbrand weite Stadtgebiete verwüstete. Seit dieser Zeit ziehen aufgrund eines damaligen Gelöbnisses jährlich Gläubige zu einer überpfarrlichen Buß- und Bittprozession durch die Altstadt.
Die Form hat sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt. Ursprünglich fassten Bürgerschaft und Geistlichkeit Ende des 14. Jahrhunderts den Entschluss, an eine Buß- und Bittprozession zu halten, um Gott auf diesem Sühnegang um Schutz vor Unglück zu bitten. In der Barockzeit wandelte sich die "Große Prozession" in ihrem äußeren Erscheinungsbild vom Buß- und Bittgang in eine triumphale Sakramentsprozession mit festlichen Paramenten, Glockengeläut und Böllerschüssen. In der Zeit des Nationalsozialismus unter Bischof Clemens August Graf von Galen galt die Prozession mit nie zuvor und nie nachher erreichten Teilnehmerzahlen als überwältigende Demonstration der Katholiken Münsters für die Werte des christlichen Glaubens. Eine schlichtere Form mit einzelnen Stationsgottesdiensten in den Altstadtkirchen und einer abschließenden Eucharistiefeier auf dem Domplatz oder im Dom fand sie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Ursprünglich war die Prozession immer am Montag vor St. Margareta (13. Juli); zur 1200-Jahr-Feier Münsters wurde sie 1993 erstmals auf den Sonntag vorverlegt.
Momentan gilt die Form, dass die Prozession an jedem ersten Sonntag im Juli um 10.00 Uhr mit einem Stationsgottesdienst in der St. Lamberti-Kirche eröffnet wird. Über die Salz- und Klosterstraße, den Verspol, die Ludgeristraße und den Prinzipalmarkt führt die Prozession anschließend zum Dom. Vorausgetragen wird eine Nachbildung des historischen Pestkreuzes, dessen Original im Stephanschor des Doms hängt. Im Dom feiert dann Dr. Bischof Felix Genn um 11.00 Uhr die Heilige Messe. 

Text / Foto: Bischöfliche Pressestelle